Archiv für Oktober, 2010

Linux Mint 10 RC “Julia” im Test

Veröffentlicht: 31. Oktober 2010 in Linux und ich

Nachdem ich die Nachricht las, dass die “Julia” als Release Candidate (RC) zum Download bereitsteht, habe ich sie mir gleich besorgt. Ich hatte ja sowieso einiges umgeräumt auf dem Rechner und wollte unbedingt Mint wieder installieren.
Der Download ging recht fix, und mittels des “Startmedienerstellers”, wie er den ubuntubasierten Distributionen – hab ich auf dem Netbook erledigt, da werkelt ein EasyPeasy – eigen ist, war das ISO von knapp 700 MB auch ziemlich schnell auf einen USB-Stick “gebrannt”. Ich bevorzuge das Booten von USB-Sticks, weil es wesentlich schneller geht als bei einer CD/DVD.
Es klappte alles vorzüglich, hatte ich doch vorher die heruntergeladene ISO-Datei mittels md5sum überprüft.
Also schnell geschaut, die Hardware schien soweit zu funktionieren. Ich rief den Installer auf und stellte die nötigen Dinge ein. Dabei muss ich anmerken, dass der geneigte Mint-Benutzer schon einige wenige Grundkenntnisse mitbringen sollte, wenn er das System neben ein schon bestehendes installieren will. Mindestens die Gerätebezeichnung /dev/sdaX sollte geläufig sein, weil bei kritiklosem Durchklicken Mint die gesamte Festplatte in Anspruch nimmt und ratzekahl leer putzt.
Ich hatte ja eine freie Partition von 16 GB Größe zur Hand und installierte darauf. Die Installation ging soweit ganz fix, nach knapp zehn Minuten war das erledigt. Hierbei sei angemerkt, dass die Zeit dadurch bestimmt wird, dass erst noch die deutschen Sprachpakete aus dem Netz nachgeladen werden müssen.
Nach den paar Minuten hat man ein komplettes System mit OpenOffice.org, Gimp als Bildbearbeitung sowie einer umfangreichen Sammlung an Multimedia-Programmen.
Und hier liegt die Stärke von Mint: man muss sich nicht um die Installation der erforderlichen Codecs kümmern. Die wichtigsten sind dabei.
Einen kleinen Wermutstropfen fand ich doch noch, aber den hatte schon irgendwie erwartet: meine Webcam wollte in Skype nicht auf Anhieb. Alles Gute hat man ja nie beisammen, doch ich kenne das “Problem” schon von Kanotix und startete Skype aus einem Terminal mit v4l-Preload (LD_PRELOAD=/usr/lib/libv4l/v4l1compat.so skype). Nun passt alles perfekt.

Die Einrichtung des Druckers war wie erwartet ein Kinderspiel, man kann das entweder über das Web_Interface von CUPS machen oder im Kontrollzentrum das Symbol “Drucken” auswählen. Der Drucker, ein netzwerkfähiger HP OfficeJet 6000, wird erkannt und installiert.
Auch mein Scanner hat mich nicht enttäuscht. Der Lide25 von Canon funktioniert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mittlerweile kinderleicht geworden ist, ein Linux-System zu installieren. Insgesamt dauert es eine knappe halbe Stunde, und man hat mit ein paar persönlichen Anpassungen ein komplett funktionierendes System, welches zudem auch noch recht wirksam gegen Viren und das ganze andere Zeugs schützt.
Ich nutze Mint hauptsächlich wegen seiner multimedialen Stärken. Ich bin seit einiger Zeit dabei, meine LP’s, Ihr wisst schon, diese großen schwarzen Scheiben mit altertümlicher Musik drauf, in ein handliches Format zu bringen. Digitalisiert halten die bestimmt länger.
Dasselbe habe ich mit meinen privaten VHS-Kassetten auch noch vor, weshalb schon die passende Karte im PC werkelt.
Also schaue ich mal und teste nebenher, bis aus dem RC die finale Version wird.

Rechtsstaat?

Veröffentlicht: 29. Oktober 2010 in Allgemeines

Zwei unglaubliche Vorfälle, die mich in Wut geraten lassen, wenn ich nicht aufpasse:

Polizei setzt Wasserwerferopfer unter Druck

Seltsame Urteilsbegründung nach Freispruch für Prügelpolizisten

Man muss nicht immer mit jeder oft recht drastischen Formulierung von fefe einverstanden sein, aber hier stimme ich mit seiner Bewertung hundertprozentig überein.

Indonesien

Veröffentlicht: 28. Oktober 2010 in Abenteuer Asien

Vielleicht kennt das ja jemand: wenn man selbst keinen Bezug zu dem betroffenen Land hat, dann sind solche Meldungen wie jetzt aktuell über die Naturkatastrophen in Indonesien schon ziemlich beeindruckend, aber in aller Regel hält die Betroffenheit darüber nicht so sehr lange an.
Mich selbst schockieren die Meldungen und die Bilder aus dem Land, das ich, für nur kurze Zeit zwar, kennen lernen durfte. Ich habe selbst mit den Menschen dort geredet, gegessen und getrunken, und so ist eine ganz eigene Beziehung zu diesem Land und seinen Menschen entstanden. Und so empfinde ich die Meldungen als sehr bedrückend.
Ich hoffe sehr, dass es besonders Donna und ihrer Familie gut geht.
Sie selbst lebt ja auf Batam Island, das sollte eigentlich weit genug weg sein von den Orten der Katastrophen, aber ihre Tochter und ihre Mutter leben auf Sumatra…
Es ist ein seltsames Gefühl, dass ich kaum in Worte zu kleiden vermag. Plötzlich bin ich irgendwie direkt betroffen.


Blick aus dem Zimmer im Pacific Palace Hotel von Nagoya, Batam Island, Indonesien. In solchen Hütten wohnen die Leute, die wohl am meisten unter den Katastrophen zu leiden haben.

Ein bisschen Spaß muss sein!

Veröffentlicht: 27. Oktober 2010 in Allgemeines

Die ganze Schwermut über die vertrackte Politik und die abgesonderten intellektuellen Bankrotterklärungen der vom Volk alimentierten Vertreter (Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen, Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger, Volksvertreter verkaufen…) in so ein Blog zu packen, ist wohl auf Dauer nicht zuträglich für die Volksgesundheit. Wer will sich schon ständig nur aufregen oder ob der schieren Unverrückbarkeit von Zuständen schlicht verzeifeln?
Ein satirischer Seitenhieb kann graue Wolken vertreiben und das Gemüt aufhellen. Dachte sich wohl auch der Spiegelfechter und schrieb diesen ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Artikel:

Ab wieviel Promille versteht man eigentlich die FDP?

Darauf einen Dujardin -peng!

Die denken wirklich, ich sei blöd!

Veröffentlicht: 27. Oktober 2010 in Allgemeines

Na fein, da hat die Regierung aus Schwarz-Geld nun doch noch die Ungerechtigkeit in ihrem eigenen, “Sparpaket” genannten Umverteilungswahn von unten nach oben entdeckt. Toll, sollte man meinen. Aber schaue ich einmal genauer hin, dann fällt mir schnell auf, dass es wieder einmal ein plattes Ablenkungsmanöver für die von Super-Talenten, Super-Nannies, Super-Hundetrainern und Super-Sterneköchen sedierte, schweigende Mehrheit ist.

Mir fiel damals bei der Diskussion um die Streichung des Elterngeldes für Bezieher von AlG-II – landläufig auch als Hartz IV bezeichnet, eine zweifelhafte “Ehre” für einen verurteilten Straftäter – schon unangenehm auf, dass die Begründung dafür willkürlich und menschenverachtend ist: Weil die Hartz-IV-Empfängerin ja in der Regel nicht arbeite, habe sie auch keinen Anspruch auf Elterngeld.
Was ist denn mit nichtarbeitenden Millionärsgattinnen? Leistungslosen Wohlstand genießen, und zusätzlich noch alimentiert werden?
Ich selbst bin nicht betroffen, trotzdem empfinde ich solche Regelungen als ein Schlag mit der Faust ins Gesicht der eh’ schon Benachteiligten.
Da möchte ich der Kanzlerin, von der gerne behauptet wird, sie mache eine kluge Arbeit im Interesse aller Bürger, gerne mal dasselbe angedeihen lassen.

Aber jetzt wird’s ja gerechter: Immerhin sind von der Streichung des Elterngeldes zweitausendzweihundert “superreiche” Familien betroffen. Der Steuerzahler spart sich so sagenhafte 10.032.000 Euro pro Jahr ein.
Wenn ich jetzt einmal die etwa 50.000 Alleinerziehenden dagegenstelle, die ebenfalls von der Elterngeldstreichung betroffen sind, dann macht das nur für diesen Personenkreis eine Ersparnis von 180 Millionen Euro im Jahr aus. Doch es sind weit mehr Personen betroffen als nur die Alleinerziehenden.

Was bitteschön ist denn an einer solchen Regelung gerecht? Ich erkenne hier eindeutig, dass die Belastungen dieses “Sparpaketes” überwiegend ungerecht verteilt auf den Schultern der “Unterschicht” lasten.
Und derweil singen die Medien Hofberichterstatter ihr Hohelied auf die Kanzlerin und ihre kluge Regierung, und die schweigende Mehrheit macht das, was sie am besten kann: schweigen.

Der Oper zweiter Akt

Veröffentlicht: 26. Oktober 2010 in Allgemeines

Natürlich, wo Priol weilt, kann Schramm nicht weit sein.
Jetzt vermag ich auch einzuordnen, was Schramm in seiner letzten “Anstalt” gemeint hat mit dem Hinausgehen. Großartiger Auftritt, ebenfalls gestern in Stuttgart:

Stuttgart21 – Die ganze Oper in 15 Minuten

Veröffentlicht: 26. Oktober 2010 in Allgemeines

Eine klare, treffende und auch noch unterhaltsame Zusammenfassung über die Verfassung der Politik und der Politiker rund um das Jahrtausendthema “Stuttgart21″, dargeboten von dem von mir sehr verehrten Urban Priol auf der gestrigen Montagsdemo:

Erst kürzlich erzählte ich ja davon, dass beinahe Opfer meiner eigenen Unaufmerksamkeit geworden wäre und nur um Haaresbreite verhindern konnte, Leser des “Focus” geworden zu sein.
Nein, ich habe ihn mir auch heute nicht gekauft. Ich wurde durch die Reklameschnipsel im Fernsehen darauf aufmerksam, weil der Titel des heutigen Machwerks genauso grausig wie dämlich klingt:

(Quelle:
http://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-die-kult-mutti-die-multi-kulti_vid_20700.html
)

Zu der immer irgendwie sauertöpfisch und griesgrämig dreinblickenden olivgrünen Kriegsbefürworterin verliere ich kein Wort, es würde mich zu sehr dauern. Ich habe noch den Satz der uckermärkischen Wuchtbrumme aus dem Kanzleramt im Ohr: “Multi-Kulti ist gescheitert!”, nun muss ich nur noch Künast = Multi-Kulti setzen, was dank der optische Hilfestellung durch den “Locus” fast ein Kinderspiel ist, und schon weiß ich doch, wer hier gescheitert ist. Bei mir zumindest.

Die kultige Mutti…
Sieben Kindern hat sie das Leben geschenkt und sie liebevoll und wohlbehütet in bürgerlichem Hause groß gezogen.
Mit den “Kunden” genannten Arbeitssuchenden und Hartz-IV-Empfängern ging und geht sie nicht ganz so liebevoll um, plädiert auch schon mal dafür, noch konsequenter zu sanktionieren als bisher. Als wären die Agenturen da noch zu weich…
Ansonsten glänzte sie in meiner Erinnerung nur durch ständiges Ableiern der Phrasen vom Prüfen und Nachschauen und vom privaten bürgerlichen Engagement als Ersatz für die staatliche Fürsorgepflicht, die so langsam abhanden gekommen scheint.
Angesichts solcher Überschriften wie “Warum der Super-Ministerin beinahe alles gelingt” vergeht mir der Drang, tiefer in dieses Beispiel unabhängigen investigativen und hochwertigen Journalismus einzudringen.
Der Kommentar der Autorin, die diesen Artikel verfasst hat, spricht Bände. Es ist eine Laudatio, eine Jubelarie, und in der nächsten Woche werden wir uns wundern, wie historisch niedrig die geschönten Arbeitslosenzahlen sein werden, die die überaus erfolgreiche Ministerin verkünden darf… A-B-A-R-T-I-G! Einmal abgesehen davon, dass eigentlich der BA-Chef Weise die Zahlen verkündet. Kann natürlich auch sein, dass der sich nicht mehr aus der Deckung traut, weil er doch jetzt das Kriegsministerium verkleinern will.

Mit solchen Titeln verfestigt sich mein Bild vom “Locus” als eines geschmeidigen Suppositoriums im Mastdarm der Eliten von Schwarz-Geld.

Da lob’ ich mir schon eher diese treffende Analyse des Spiegelfechters.

In eigener Sache

Veröffentlicht: 21. Oktober 2010 in In eigener Sache

In diesem kürzlich von mir veröffentlichten Artikel schrieb ich im Titel vom “Nölen”. Dass ich dieses Wort benutzte, hat seine eigene Geschichte, bin ich doch weniger ein Meckerkopp als einer, der kritische Dinge auch anspricht. Dabei leugne ich nicht, dass ich mir einbilde, ein ziemlich ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden zu besitzen, welches in Verbindung mit dem sanguinischen Teil meiner Persönlichkeitsstruktur oftmals dazu führt, dass ich meine Standpunkte in Diskussionen vehement verteidige. Das bedeutet, gerade in Diskussionen mit meinen Landsleuten aus Neufünfland ecke ich ziemlich oft an.
Bei der Kritik an bestehenden gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zuständen bin ich dabei oft auf dieses Wort gestoßen, weil es sehr gern von denen benutzt wird, die erstens von sich meinen, reibungslos den Wandel vom ehemals systemtreuen Rädchen zu einem nun lupenreinen Demokraten bewältigt zu haben, und die zweitens fürchten und vermeinen, dass eben diese Kritik ihren erreichten Status irgendwie erschüttern könnte.
Deshalb stoße ich gerade hier im Osten auf eine ziemliche Ablehnung der kritischen Auseinandersetzung mit den bestehenden Verhältnissen. Die Diskussionen gipfeln dann gern in dem recht eigentümlichen Vorwurf, ich hätte nicht begriffen, dass es die DDR seit zwanzig Jahren nicht mehr gibt und würde diese Verhältnisse gern zurückhaben wollen…

Und weil so kaum Argumente zu erwarten sind, kommt eben immer mal der Vorwurf, ich würde nur nölen.
Nein, bei aller Liebe, aber die DDR will ich nicht zurückhaben, einmal von der absoluten Sinnleere eines solchen Wunsches oder Vorwurfes abgesehen. Ich denke nur ein wenig in die Zukunft, denn in wenigen Wochen wird mein Enkelchen das Licht der Welt erblicken. Das ist wohl auch meine Verantwortung, wie diese Welt aussieht, und wohin sie sich entwickelt. Wenn ich schon selbst nicht viel ändern kann, will ich zumindest beitragen, dass Missstände angesprochen werden. Wenn dadurch auch nur einem einzigen Menschen ein Licht aufgeht, ist schon viel erreicht.

Die heutigen Zustände in diesem, meinem Land und in der Welt zeigen mir, dass wir Deutschen damals, 1989/90, eine großartige Gelegenheit verpasst haben, eine etwas bessere Welt zu schaffen. Wir haben’s verkackt, grandios verkackt! Die Marktwirtschaft, ob nun frei oder sozial genannt, hat nicht gesiegt, sie ist nur übrig geblieben, und den Beweis, dass sie das bessere System ist, hat sie in meinen Augen bisher nicht erbracht.

Und das wird man doch wohl noch sagen dürfen?!

Abseits von der Prime-Time der TV-Sendeanstalten, gleich ob privat oder öffentlich-rechtlich, laufen die interessantesten und am meisten kritischen Sendungen, als Feigenblatt gewissermaßen für die gelobte Meinungsfreiheit. Dass zu nachtschlafener Zeit eher weniger Publikum erreicht wird, ist dabei durchaus beabsichtigt.
Langsam kann ich das Einerlei, diesen Einheitsbrei vor allem zum ewigwährenden, totgequatschten und nie konstruktiv gelösten Thema “Einwanderung und Integration” kaum noch ertragen. Ich hatte ja lange schon die Überzeugung, dass die Kampagne gegen soziale Randgruppen und Ausländer gesteuert ist und mit unlauteren Mitteln betrieben wird.
Gestern Abend zeigte mir “Zapp” vom NDR, dass ich mit meiner Überzeugung ganz richtig liege.
Kurz zusammengefasst, hatte RTL vor wenigen Tagen aus dem Versehen, dass Schweinefleisch auf dem Teller eines muslimischen Kindes landete, einen “Schnitzelkrieg” entfacht, der ein typisches Beispiel für misslungene Integration sein sollte. Angeblich müssten nun deutsche Kinder ebenfalls auf ihr geliebtes Schnitzel verzichten, was ja wohl keinesfalls für eine gelungene Integration stehen kann.
Zum Glück hat “Zapp” diese Vorgänge beleuchtet. Der Vorfall selbst ereignete sich bereits im Februar, im Mai hatte ein lokaler Redakteur erstmals davon berichtet, und RTL drehte den Beitrag im Juni. Der Schulleiter rechnete schon gar nicht mehr mit einer Ausstrahlung. Dass dieser Vorfall nun dennoch für die unsägliche Integrationsdebatte instrumentalisiert wurde, entrüstet nicht nur ihn.

Überflüssig zu erwähnen, dass RTL die recherchierten Fakten dabei sehr kreativ auslegt, um es einmal diplomatisch zu formulieren.
Für mich bleibt einmal mehr die Feststellung, dass RTL und seriöser Journalismus nicht zusammengehen, deshalb bezeichne ich RTL auch gern als die BILD-Zeitung im Fernsehen. Im Sinne des guten Geschmacks und der gerne von der geliebten und klugen Bundesregierung angemahnten Bildungsoffensive gehört solcher Müll eigentlich verboten.

Apropos Müll…
Den Film habe ich mir auch angesehen: “Frisch auf den Müll”.
Ich ringe immer noch um Worte.