Nachdem ich die Nachricht las, dass die “Julia” als Release Candidate (RC) zum Download bereitsteht, habe ich sie mir gleich besorgt. Ich hatte ja sowieso einiges umgeräumt auf dem Rechner und wollte unbedingt Mint wieder installieren.
Der Download ging recht fix, und mittels des “Startmedienerstellers”, wie er den ubuntubasierten Distributionen – hab ich auf dem Netbook erledigt, da werkelt ein EasyPeasy – eigen ist, war das ISO von knapp 700 MB auch ziemlich schnell auf einen USB-Stick “gebrannt”. Ich bevorzuge das Booten von USB-Sticks, weil es wesentlich schneller geht als bei einer CD/DVD.
Es klappte alles vorzüglich, hatte ich doch vorher die heruntergeladene ISO-Datei mittels md5sum überprüft.
Also schnell geschaut, die Hardware schien soweit zu funktionieren. Ich rief den Installer auf und stellte die nötigen Dinge ein. Dabei muss ich anmerken, dass der geneigte Mint-Benutzer schon einige wenige Grundkenntnisse mitbringen sollte, wenn er das System neben ein schon bestehendes installieren will. Mindestens die Gerätebezeichnung /dev/sdaX sollte geläufig sein, weil bei kritiklosem Durchklicken Mint die gesamte Festplatte in Anspruch nimmt und ratzekahl leer putzt.
Ich hatte ja eine freie Partition von 16 GB Größe zur Hand und installierte darauf. Die Installation ging soweit ganz fix, nach knapp zehn Minuten war das erledigt. Hierbei sei angemerkt, dass die Zeit dadurch bestimmt wird, dass erst noch die deutschen Sprachpakete aus dem Netz nachgeladen werden müssen.
Nach den paar Minuten hat man ein komplettes System mit OpenOffice.org, Gimp als Bildbearbeitung sowie einer umfangreichen Sammlung an Multimedia-Programmen.
Und hier liegt die Stärke von Mint: man muss sich nicht um die Installation der erforderlichen Codecs kümmern. Die wichtigsten sind dabei.
Einen kleinen Wermutstropfen fand ich doch noch, aber den hatte schon irgendwie erwartet: meine Webcam wollte in Skype nicht auf Anhieb. Alles Gute hat man ja nie beisammen, doch ich kenne das “Problem” schon von Kanotix und startete Skype aus einem Terminal mit v4l-Preload (LD_PRELOAD=/usr/lib/libv4l/v4l1compat.so skype). Nun passt alles perfekt.
Die Einrichtung des Druckers war wie erwartet ein Kinderspiel, man kann das entweder über das Web_Interface von CUPS machen oder im Kontrollzentrum das Symbol “Drucken” auswählen. Der Drucker, ein netzwerkfähiger HP OfficeJet 6000, wird erkannt und installiert.
Auch mein Scanner hat mich nicht enttäuscht. Der Lide25 von Canon funktioniert.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mittlerweile kinderleicht geworden ist, ein Linux-System zu installieren. Insgesamt dauert es eine knappe halbe Stunde, und man hat mit ein paar persönlichen Anpassungen ein komplett funktionierendes System, welches zudem auch noch recht wirksam gegen Viren und das ganze andere Zeugs schützt.
Ich nutze Mint hauptsächlich wegen seiner multimedialen Stärken. Ich bin seit einiger Zeit dabei, meine LP’s, Ihr wisst schon, diese großen schwarzen Scheiben mit altertümlicher Musik drauf, in ein handliches Format zu bringen. Digitalisiert halten die bestimmt länger.
Dasselbe habe ich mit meinen privaten VHS-Kassetten auch noch vor, weshalb schon die passende Karte im PC werkelt.
Also schaue ich mal und teste nebenher, bis aus dem RC die finale Version wird.




