“Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.” (Dieter Hildebrandt)
Lesen bildet – dieser Spruch trifft wohl zu, behaupte ich jetzt mal ganz fest. Andere meinen, dass Lesen sehr gefährlich sei. Man könne in Gefahr geraten, durch Benutzung des eigenen Denkapparates, welche vom Lesen angeregt sei, zu viele kritische Fragen zu stellen und möglicherweise die Hintergründe so mancher Entscheidung und Entwicklung zu erkennen. Ja, das Wort ist schon eine scharfe Waffe, wird es richtig eingesetzt.
Es gibt da einige Bücher, die – allesamt auf Empfehlung – in meinem Bücherregal stehen und die ich in loser Abfolge hier kurz vorstellen möchte. Ich bin weder Literat noch Kritiker und habe keinen blassen Schimmer, wie man hochgestochen und hochtrabend klingende Rezensionen verfasst, doch darum soll es nicht gehen. Es sind allesamt Werke, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.
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Meine Gedanken zu diesem Buch habe ich in einem eigenen Artikel gesammelt.
Henning Venske “Lallbacken. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen”
Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2011
ISBN 978-3-938060-55-1
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Nein, man muss diesen Karl Nolle nicht mögen, noch weniger seine Partei. Aber wie er einer differenzierten und ethisch-moralischen Ansprüchen genügenden Vergangenheitsbewältigung in diesem Buch das Wort redet, nötigt mir Respekt ab. Dass er dabei auch andere Zeitzeugen ausführlich zu Wort kommen lässt rundet dieses Buch ab.
Aus dem Text der Rückseite:
“Dieses Buch handelt vom Umgang der seit 1990 in Sachsen regierenden CDU mit der Vergangenheit ihrer eigenen Anhänger im SED-Regime. Dieser Umgang stellt sich als ausgesprochen schillernd dar, und er erweckt Fragen, welche Forderungen Recht und Moral an die Politik stellen müssen. Dies ist eine stete und nicht enden wollende demokratische Auseinandersetzung wert, zu der dieses Buch ein Beitrag sein will.”
Karl Nolle
Sonate für Blockflöte und Schalmeien
Zum Umgang mit der Kollaboration heutiger CDU-Funktionäre im SED-Regime
Sächsische Hefte Nr. 7
1. Auflage, Dresden im Juni 2009
ISBN 978 3 00 028062 7
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Stellvertretend für die Werke in meiner Kaminer-Sammlung habe ich dieses Buch ausgewählt. Mir gefällt, wie er uns Deutschen den Spiegel vorhält, witzig und unterhaltsam, aber nie belehrend. Ich mag seine Art Humor, was unter anderem dazu geführt hat, dass der Buchstabe “K” in meinem Regal schon sehr gut vertreten ist.
Wladimir Kaminer
Mein deutsches Dschungelbuch
Wilhelm Goldmann Verlag München, 1. Auflage Taschenbuchausgabe 2005
ISBN 3 442 45945 1
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Es bereitet mir immer wieder Vergnügen, mich in seinem Blog “ad sinsitram” einzufinden, auch wenn die von Roberto J. De Lapuente zu virtuellem Papier gebrachten Themen wenig vergnüglich sind. Ich mag einfach seine Art, wie er formuliert. So war es geradezu folgerichtig, zwangsläufig, mir die auf echtem Papier gedruckte Form zu besorgen.
Statt einer eigenen Rezension möchte ich auf diese Seite des Verlages verlinken:
http://www.renneritz-verlag.de/unzugehoerig.html
Ein Nachfolger wurde bereits angekündigt. Ich freue mich drauf!
Roberto J. De Lapuente
Unzugehörig
Skizzen, Polemiken & Grotesken
Renneritz Verlag Sandersdorf 2009
ISBN 978 3 940684 10 3
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“Vom Verlierer nicht lernen, heißt verlieren lernen.
Was ist aus uns geworden in den 20 Jahren seit dem Mauerfall? Warum konnte der Sieger mit seinem Sieg nichts anfangen? Der Abstieg des Westens begann vielmehr just im Moment seines größten Triumphes. Für die simple Einsicht, dass der Markt weder Freiheit noch Gleichheit und Wohlstand für alle schaffen kann, hat er zu lange gebraucht. Womöglich fehlte ihm das Korrektiv sozialistischer Ideen. Und die beiden Systeme waren nicht autonom, sondern hingen an einer Nabelschnur. Was haben wir aus 40 Jahren Teilung eigentlich gelernt?, fragt Daniela Dahn und ist überzeugt: ‘Damit die Krise nicht auch die Demokratie in den freien Fall zieht, muss der Kapitalismus aufhören, er selbst zu sein.’ “
(Schutzumschlag Rückseite)
Daniela Dahn
Wehe dem Sieger!
Ohne Osten kein Westen
Rowohlt Verlag Gmbh, 4.Auflage November 2009
ISBN 978 3 498 01329
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Aus der Zusammenfassung auf der Rückseite:
“Die Strategie hat System: Ob in Bagdad oder Afghanistan nach der Invasion, ob in New Orleans nach ‘Katrina’ oder in Sri Lanka nach dem Tsunami: Während die Menschen noch gelähmt von der Katastrophe sind, werden sie einer weiteren, diesmal ökonomischen ‘Schock-Behandlung’ unterzogen. Naomi Klein erzählt die Geschichte einer der wirkmächtigsten Ideologien unserer Zeit, Milton Friedmans ökonomischer Doktrin des freien Marktes, und zeigt, wie mit jeder neuen Katastrophe Wirtschaft und Politik des Westens die Welt unter sich neu aufteilen.”
Fesselnd geschrieben und faktenreich unterlegt.
Naomi Klein
Die Schock-Strategie
Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus
Fischer Taschenbuch Verlag, 2. Auflage Oktober 2009
ISBN 978 3 596 17407 2
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Ohne Osten kein Western?
Taugt das Buch wirklich was, also auch den Umkehrschluss ohne Westen kein Osten?
Oder ist es das typische unzufriedene Gemecker von irgendwelchen Leuten aus den neuen Bundesländern?
Wenn es das erste ist, hört es sich echt interessant an und nach deiner Antwort werd ichs mir mal besorgen.
Markus
Hallo Markus,
das Buch taugt tatsächlich etwas, denn ich habe es hier aufgenommen und kann es uneingeschränkt empfehlen.
Der Grundgedanke ist eigentlich der, dass der Westen – sprich der Kapitalismus – nicht wirklich gesiegt hat, sondern eben nur übrig geblieben ist. Viele soziale Errungenschaften im marktwirtschaftlichen Westen sind auf die Existenz des planwirtschaftlichen Ostens zurück zu führen. Besonders wohltuend empfinde ich, dass die Autorin den historischen Kontext aus hochgerüsteten, sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcken und Kaltem Krieg nicht vergisst.
Das Buch beschreibt die verpassten Chancen, die sich im Vereinigungsprozess der beiden deutschen Staaten ergeben hatten. Es beschreibt auch, dass die gegenwärtige Entwicklung hin zum ungezügelten Kapitalismus – die Kanzlerin nennt das verharmlosend “marktkonforme Demokratie” – gerade die Gefahr des Untergangs jeglicher Demokratie in sich birgt.
Den Umkehrschluss muss das Buch nicht ziehen. Weitreichende wirtschaftliche Beziehungen (die so genannte Gestattungsproduktion) oder der Straußsche Milliardenkredit zur Verlängerung der Agonie sind bekannte Tatsachen. Die Betrachtung dieser Verhältnisse ist jedoch nicht Gegenstand des Buches. Es geht schlicht darum, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem in seiner gegenwärtigen Form der Totengräber der Demokratie ist, da ihm jetzt niemand mehr auf die Finger klopft.
Wenn ich mir den Lebenslauf von Daniela Dahn anschaue, dann zähle ich sie mitnichten zu den meckernden Leuten aus dem Osten…