Als hätt’ ich es geahnt…

Mir schwante schon, dass diese politische Indifferenz der Occupy!-Bewegung eines Tages ihr Ende sein würde, wenn sie nicht bald durch einen minimalen Konsens über die politische Grundrichtung ersetzt wird. Nur gegen Banken zu sein, reicht in meinen Augen nicht aus.

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Seit meinem Artikel diesbezüglich ist einige Zeit vergangen, in der ich mehr und mehr den Eindruck gewann, ich fühlte mich immer weniger in dieser Bewegung aufgehoben. Leider sieht es wohl sogar noch schlimmer aus, als ich selbst fürchtete. Teile von Occupy! Germany scheinen die Bewegung gekapert zu haben und vor den Karren eines der schlimmsten neoliberalen Menschenhasser gespannt zu haben.

An die Adresse dieser Flachzangen sei folgendes gerichtet: Es macht die menschenverachtenden Ergüsse Henkels nicht besser, wenn Ihr meint, sie erneut diskutieren zu müssen. Lest mal lieber NachDenkSeiten oder Roberto J. De Lapuente oder Feynsinn oder…
Aber gut, so ein Lapsus kann passieren, Menschen machen Fehler. Aber dass offensichtlich kritische Kommentare zu dieser hirnverbrannten Aktion zensiert werden, schlägt dem Fass endgültig die Krone ins Gesicht!
Für mich hat sich die Bewegung erledigt.

Unity vs. GNOME 3

Zum hauptsächlichen Thema „GNOME 3″ habe ich hier einen interessanten Diskussionsfaden gefunden, der zwar schon ein paar Tage alt ist, für mich aber trotzdem ein ansprechender Einstieg für die Beschäftigung mit GNOME 3 ist.

Den ersten Schritt habe ich getan und Ubuntu 11.10 auf einen USB-Stick verfrachtet. Ganz unbekannt ist mir Unity nicht, denn ich hatte ja in der Vergangenheit mit Ubuntu auf meinem Netbook experimentiert. In der Zwischenzeit ist ziemlich viel Wasser den Raudabach hinab geflossen, so dass ich da schon Verbesserungen erwarte. Außerdem probiere ich das Ganze auf dem „großen“ Rechner als HD-Installation. Da ich genügend freien Festplattenplatz auf dem Desktop-PC habe, stellt das kein Problem dar.

By the way, Siduction läuft ganz ordentlich als Installation auf der Festplatte. Da haben die Macher eine gute Arbeit geleistet in der kurzen Zeit. Leider bieten sie noch kein GNOME an, so dass ich entweder zusätzlich eine andere Distribution ausprobiere oder ein wenig basteln werde.

P.S.: Beim Stöbern stieß ich gestern auf einen Hinweis zu folgendem Vortrag, den ich sehr interessant finde, auch wenn ich nicht allen Aussagen in ihrem Absolutismus beipflichten kann. Trotzdem sehenswert:

Marktkonforme Demokratie und die Überwachung der Linken

Eine erkleckliche Anzahl der Abgeordneten der LINKEn im Bundestag nebst einigen Vertretern der Partei in den Ländern werden vom Verfassungs“schutz“ ausgeschnüffelt, beschwichtigend auch „beobachtet“ genannt.
Die einsetzende Empörung kann ich zwar verstehen, jedoch aufregen kann ich mich über solche Vorgänge nicht wirklich.
Unlängst brachte die beliebteste Bundeskanzlerin aller Zeiten – ob gewollt oder ungewollt, sei dahin gestellt – ziemlich klar und eindeutig auf den Punkt, wohin die Reise geht, nämlich hin zu einer marktkonformen Demokratie. Mag sich auch die Tastatur gerade gesträubt und die Eingabe dieses Ungetüms unwillig und holprig entgegen genommen haben, so liegt doch in dieser Konstruktion soviel Einfachheit und Klarheit, eine geradlinige Eleganz geradezu, deren Begeisterung zunehmend von mir Besitz ergreift.
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DNS okay?

Wie animiere ich eine große Menge an Computern, eine von mir eingerichtete und manipulierte Internetseite anzusurfen?
Ich verbreite ein wenig Angst und Panik bei deren Benutzern und biete gleichzeitig die Lösung an.

Im Zeitalter leistungsfähiger Schnüffelsoftware erscheinen die Möglichkeiten plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Zweifel scheinen berechtigt…

Kalenderblatt: 11. Januar 2002

Mit diesem Kalenderblatt will ich an ein Stück undemokratische Willkür, eine Schande für die sogenannte westliche Kultur erinnern: die Gefangenenlager in Guantánamo. Seit nunmehr zehn Jahren sitzen dort Menschen unter unwürdigen Bedingungen ein, ohne je in einem ordentlichen Verfahren verurteilt worden zu sein.

Das heutige nd hat ein paar Zahlen veröffentlicht:

Zahlen und Fakten
● Am 11. Januar 2002 wurden die ersten Gefangenen von Afghanistan auf den US-Stützpunkt Guantanamo verbracht und in Drahtkäfigen im Camp X-Ray festgehalten. Ende 2002 waren es 632 Gefangene.

● Nach Auskunft von US-Behörden waren insgesamt 779 Gefangene inhaftiert, die große Mehrzahl ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. Über 600 wurden seit 2002 in andere Länder gebracht.

● Viele Inhaftierte wurden Opfer von Folter und anderer grausamer oder erniedrigender unmenschlicher Behandlung wie Isolations- und Einzelhaft oder »Waterboarding«, dem simulierten Ertränken bei Verhören.

● Seit 2002 starben acht Gefangene, Berichten zufolge sechs durch Selbstmord.

● Nur sechs Gefangene wurden von Militärkommissionen verurteilt, vier bekannten sich schuldig. Lediglich einer wurde zu einem Bundesgerichtsverfahren in die USA gebracht.

● 48 Gefangene können laut US-Regierung weder freigelassen noch verurteilt werden. Sie sollen auf unbestimmte Zeit inhaftiert bleiben.

Finsterstes Mittelalter, von rechtsstaatlichem Handeln keine Spur. Hatte Yes-We-Can-Obama nicht versprochen, die Gefangenenlager in Guantánamo aufzulösen?
Angesichts solch finsterer Auswüchse kann ich meinen latenten Antiamerikanismus nur schwer zügeln. Immerhin reicht es zu offenem Fremdschämen.

Perfekt angepasste Hardware

Es war nicht wirklich nervig oder wichtig oder ein Problem, sonst hätte ich es längst gelöst. Doch ganz tief innen drin spürte ich einen kleinen Stich, den mir eine gewisse Software-Klitsche zu versetzen vermochte, obwohl ich deren Produkte privat ja schon sehr lange nicht mehr einsetze.
Sie pieksten mich mit der Windows-Taste!

In verschiedenen Publikationen, das Thema GNU/Linux betreffend, wurde und wird diese Taste nicht namentlich genannt, sondern mit Super- oder Meta-Taste umschrieben. Nett, aber seit dem Weihnachtsfeste heißt diese Taste nun bei mir „Tux-Taste“.

Jetzt passt auch die Tastatur zum System.

Entschuldigen Sie, …

Nicht mal richtig Deutsch kann er, der Billigabklatsch eines Staatsmannes, diese Präsidentenimitation in der Aldi-Version. Nachdem er schon die Geschichte fehlinterpretierte, offenbart er nun auch noch Schwierigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache.

„Ich entschuldige mich.“

Nach meiner Auffassung kann er das gar nicht. Lud er Schuld auf sich, dann wohl deshalb, weil er gegen Normen verstieß, die von der Gesellschaft aufgestellt wurden. Also lud er sich eine Schuld vor den übrigen Mitgliedern der Gesellschaft auf. In der deutschen Sprache wird daher formuliert

„Ich bitte um Entschuldigung.“

Denn nur die Gesellschat, gegenüber der er sich mit Schuld belud, kann ihn davon befreien, in dem sie ihm vergibt, ihn entschuldet respektive entschuldigt. Der aktive Part liegt hier eindeutig nicht bei ihm.

* * *

Es gibt natürlich noch eine andere Deutung seines Gestammels:

Er ist sich dieser Bedeutung sehr wohl bewusst und geht davon aus, dass er als Bundespräsident über den gesellschaftlichen Normen stehe, sich folglich keine Absolution beim Volke holen müsse und sich daher selbst von Schuld befreien könne, falls er sich überhaupt irgend eine Schuld auflud.

Das passt auch ganz gut ins Bild, das ich mir gemacht habe.

In luftiger Höhe

Mich bringen die Vorgänge um den Grüßaugust aller Deutschen gerade mächtig auf die Palme.
Nicht so sehr die Tatsache, dass der BILD-Erpresser einen feuchtwarmen Exkrementehaufen auf die Pressefreiheit – angesichts der Verwicklung der BILD in diese Affäre entbehrt das nicht einer gewissen Komik – ablässt, sondern dass nun allerorten der Ruf nach Rücktritt und Ende der Politkarriere erschallt. Was soll das?

http://www.warping.org/karikatur/politiker/christian-wulff.htm


(Bildquelle)

Tritt die blasse Kopie eines Staatsmannes wirklich ab, dann verstieße das in meinen Augen gegen das Gesetz über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten. Dort ist im Paragrafen 1 folgendes formuliert:

Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit oder vorher aus politischen oder gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus, so erhält er einen Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder.

Der Anlass seines zu erwartenden Ausscheidens dürfte wohl kaum mit dem Begriff „Ehrensold“ vereinbar sein. Ich meine, dass das Gesetz hier unvollständig ist. Unehrenhafte Entlassung wegen ehrlosem Gebaren, das durch solche Affären ans Licht gezerrt wird, und Streichung aller Vergütungen gehören unbedingt dazu.

Sicher mag man jetzt einwenden, dass besonders schwere Fälle durch den Paragrafen 5 des zitierten Gesetzes und den Artikel 61 des Grundgesetzes abgedeckt sind, aber ich bezweifle, dass gegen Wulff ein Verfahren wegen Verletzung des Grundgesetzes überhaupt angestoßen wird. Eine Krähe hackt doch der anderen kein Auge und so…

Wulff ist für mich der perfekte Vertreter der korrupten Politikermischpoke. Wer sonst könnte unsere Bananenrepublik besser vertreten als er?
Wenn er zurücktritt, dann ist es ja noch einer mehr, der von Steuergeldern fürstlich entlohnt leistungslosen Wohlstand genießt. Der ist noch jung, und aus seiner Vita lässt sich nicht ablesen, dass seine Lebenserwartung wegen körperlich harter Arbeit bis zuletzt geringer ausfallen wird. Der lebt noch lange auf unsere Kosten und über unsere Verhältnisse. Rechnet das mal durch!

In diesem Sinne: Wulff muss bleiben!

Nicht nur für Nerds

Zugegeben, wenn vom Chaos Computer Club die Rede ist, dann gestehe ich dem geneigten Leser durchaus zu, mit dem Verweis auf die besondere Computeraffinität der Clubmitglieder und ihrer Sympathisanten genervt abzuwinken und weiter zu zappen.

Nach meinen eher sporadischen Besuchen bei Alternativlos wurde ich angestachelt, mich einmal etwas genauer mit den beim 28c3, dem 28. Chaos Communication Congress, behandelten Themen zu befassen. Neben allerlei Nerdigem rund um Computer, Netzwerk und Sicherheit fand ich interessante Vorträge, die aus meiner Sicht auch und gerade für diejenigen Mitmenschen interessant sind, die sich nicht vordergründig dafür interessieren, wie das Gemenge aus Einsen und Nullen zu einem Bild auf der Mattscheibe geformt wird, sondern dafür, dass es einfach nur passiert.

Zum Einen möchte ich einen Jahresrückblick der etwas anderen Art empfehlen:
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Zum Geleit

Der kulturbefördernde Füll

Ein wünschbar bürgerlich Idyll
erschafft, wenn du ihn trägst, der Füll.

Er kehrt, nach Vorschrift aufgehoben,
die goldne Spitze stets nach oben.

Wärst du ein Tier und sprängst auf vieren,
er würde seinen Saft verlieren.

Trag einen Füll drum! (Du verstehst:
Damit du immer aufrecht gehst.)

(Christian Morgenstern, Alle Galgenlieder)

Allen meinen Lesern und Freunden wünsche ich Gesundheit, Glück und die nötige Kraft für die Prüfungen, die das neue Jahr 2012 für uns bereit hält.